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4.498 Bytes hinzugefügt ,  12:51, 29. Mär. 2005
K
gute erklaerung
<pre>
--- Weitergeleitete Nachricht / Forwarded Message ---
Date: Mon, 21 Mar 2005 05:41:56 +0000
From: onelektra <onelektra@gmx.net>
To: wlanware@freifunk.net
Subject: Re: [WLANware] womit routen wir? ;)

> es gibt ja noch ein paar weitere Routing Protokolle. Gerade wurden mir
> die Seiten empfohlen:
>
> http://www.nmsl.cs.ucsb.edu/~krishna/aodv-linksys/
> http://wiki.skyhub.de/index.php/OLSR_vs._AODV
>
> wobei auch die Homepage des ersten Jung recht interessant ist:
> http://www.cs.ucsb.edu/~krishna/
>
> Was meint ihr? Mache von euch spielen ja auch noch neben OLSR mit
> OSPF(v3) - es gibt also genügend Auswahl :)

da wären dann noch Mobilemesh (haben wir bereits 'durch'), ZRP, DSR,
DSDV, HSLS und noch sehr viele andere zu nennen. Die englischsprachige
Wikipedia listet viele dieser Protokollentwürfe auf - die umfassendste
Zusammenstellung auf die Ich bislang gestossen bin.

Trotzdem halte Ich olsr.org für das beste aktuell benutzbare Protokoll.
Wohlgemerkt OLSR.ORG und nicht OLSR. Es hat die umfassendste
Unterstützung für verschiedene Betriebssysteme und einen einfachen QOS.
Und man kann die ganzen Gimmicks zu- oder abschalten ( was die
Konfiguration zugegebenermassen erschwert).

Die (ungezählt) etwa 40 Protokolle in der Wikipedia haben meist mehrere
Haken. Zum einen gibt es für die meisten wenn überhaupt nur
Implementierungen für NS2 (Netzwerksimulator). Die meisten
Wissenschaftler machen sich im akademischen Elfenbeinturm über ihr
heissgeliebtes Routingprotokoll Gedanken und denken sich im stillen
Kämmerchen Gimmicks aus, die Ihr Routingprotokoll über alle anderen
Entwürfe hervorheben sollen. Dann schreiben sie einen Draft und halten
darüber lange Debatten. Von einem Real-Life-Test keine Spur.

Wer sich kundig machen will was auf akademischer Ebene der Stand ist
kann sich die IETF-MANET-Mailingliste ansehen.

Was Ich unter akademische Gimmicks verstehe, möchte Ich anhand des
OLSR-Protokollentwurfs verdeutlichen.

Unsere wichtigen Freunde aus den Akademien stellen sich bei einem
Meshroutingprotokoll als erstes die Frage nach dem Overhead. Dann
füttern sie den Netzwerksimulator und berechnen das für zig-tausend
Nodes - als ginge es darum die ganze Welt mit Mesh zu vernetzen. Dann
zeigen sie mit dem Finger auf ihre Kollegen, die es mit ihrem Protokoll
etwas kleiner anfangen und sagen hämisch das die anderen Entwürfe nicht
skalieren. Dabei gibt es real bislang nur sehr kleine existierende
Meshnetzwerke - das grö�?te betreibt IMHO weltweit die Berliner Community.

Wir hatten mit der Implementierung von Andreas Toennesen (OLSR.ORG)
anfangs so unsere Probleme. Die Lösung war die ganzen besonderen
Gimmicks von Optimized Link State Routing auszuschalten - die
'Optimierungen' erzeugten handfeste Probleme. Hysterese (Link fällt raus
wenn er unter eine bestimmte Qualitätsschwelle fällt), Multipointrelais
(nur die kleinste notwendige Zahl an Nodes zum �?bertragen von
Topologieinformationen wird verwendet).

In der Praxis bedeutete das, die Auswahl der Multipointrelais wurde dem
Zufall überlassen. Genauso zufällig fielen jede Menge Multipointrelais
zufällig gleichzeitig unter die Hystereseschwelle und das Protokoll
begann diese wieder neu auszuhandeln. Die Folge war eine Routingtabelle
(sprich Netz) das ständig zusammenbrach - um dann wieder eine Sekunde
lang vollständig zu sein... Unbenutzbar, aber das Aufblitzen der
Routingtabelle spornte an weiterzumachen...

Inzwischen ist da eine Menge Hirnschmalz und Arbeit hineingeflossen -
und siehe da, es funktioniert. Wir haben immer noch wacklige Links (zum
Testen des Protokolls gut, für den praktischen Nutzen des Netzes
schlecht ;-) ), aber man kann über sieben Hops quer durch die Stadt eine
SSH-Verbindung aufbauen...

Ist die Berliner Arbeit nun das Mass aller Dinge? Nope, aber praktisch
nutzbar und am weitesten entwickelt. Es ist ein Evolutionsprozess.
Vielleicht wird in Berlin bestimmter OLSR-Code-Ballast über Bord
geworfen und neues eingeführt. Vielleicht heisst das Protokoll ja auch
eines Tages ganz anders und funktioniert.

AODV ist demgegenüber ziemlich akademisch, klein und mies - es kann
Links nicht beurteilen und bessere Wege finden. Bestenfalls findet AODV
einen Link - aber was für ein Link das ist bleibt seiner Natur gemäss
dem Zufall überlassen da es ein reaktives Protokoll ist ... Aber auf dem
Netzwerksimulator skaliert es bei 10 000 Nodes bestimmt besser ;-)
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